Mineralien und Spurenelemente

Copyright © All Rights Reserved

Mineralien und Spurenelemente


Die Diskussion ob eine Zugabe von Mineralien bei Weichwasserfischen sinnvoll ist ist wahrscheinlich schon so alt wie die Versuche Diskusfische zu halten.


Ich persönlich kann diese Frage nur mit einem klaren JA beantworten.

Auf den ersten Blick wirkt es wahrscheinlich wie ein Widerspruch. Steht auf diesen Seiten hier ja immer wieder dass der Diskus ein extrem weiches Wasser braucht und in der Natur in einem extrem Mineralstoffarmen Wasser lebt.


Betrachtet man den Stoffwechsel der Tiere aber einmal genauer und macht sich bewusst dass wir trotz aller Bemühungen und technischer Spielereien trotzdem niemals auch nur annähernd den Amazonas erreichen können löst sich dieser Widerspruch jedoch auf.



Die Vorgaben der Natur


In den natürlichen Habitaten der Diskusfische herrscht Mineralienmangel. Härte ist annähernd keine vorhanden und die elektrische Leitfähigkeit liegt in der Regel unter 100µS.


Um in so einem prinzipiell extrem Lebensfeindlichen Habitat überhaupt standzuhalten haben Diskusfische, wie auch andere Weichwasserfische, über Jahrmillionen evolutionär ausgeklügelte Mechanismen entwickelt.

Extrem leistungsfähige Ionenpumpen in den Kiemenepithelien sind nur einer dieser Mechanismen, ebenso wie extrem leistungsfähige Nieren die den Körper aufgrund des extrem hohen osmotischen Druck kontinuierlich entwässern.


Wer schon einmal Diskusfische unmittelbar nach dem Fang oder Import gesehen hat, insbesondere zum Ende der entbehrungsreichen Trockenzeit, dem ist sehr schnell klar dass Diskus ein extremes Leben führen.


Der frisch gefangene Wildfang hat mit den leuchtenden wohlgenährten Tieren die man aus unseren Aquarien kennt erst einmal wenig zu tun. Frisch aus der Natur entnommen sind die Tiere meist recht dünn und haben besonders nach der Trockenzeit auch Löcher auf der Nase.


Während wir als Halter in Sachen Ernährung ganz klar die Regenzeit als Zeit des Überfluss zum Vorbild nehmen und dabei oft maßlos übertreiben und die Tiere durch zuviel Protein krank machen, gilt bei den Mineralien oft as Chredo die Entbehrungen der Natur als Vorbild zu nehmen.


Dies halte ich für den falschen Weg!



Das Aquarium ist nicht der Amazonas!


Zwar ist der Diskus darauf angepasst unter solch extremen Werten zu überleben, angenehm ist es jedoch nicht. Und was wir gerne vergessen ist die Tatsache dass jegliche Mineralstoffe im Amazonasgebiet zwar lediglich in homöopathischen Dosen vorhanden sind, jedoch ein kontinuierlicher Zustrom herrscht.


Im Aquarium hingegen ist ein nur minimal vorhandenes Mineral unter Umständen breits 1-2 Tage nach dem Wasserwechsel oder der Aufbereitung verbraucht und frisches Wasser gibt es in der Regel nur einmal die Woche und nicht rund um die Uhr. Dies bedeutet wo mein Wildfang in der Natur bei 50µS keinerlei Mangelerscheinungen hatte kann er im Aquarium bei 100µS dennoch Mangelerscheinungen bekommen, da die 50µS sich nie verbrauchen sondern in nahezu gleichbleibender Qualität ständig frisch verfügbar sind während im Aquarium sowhl Verbrauch wie auch Anreicherung herrscht.


Ein weiterer Punkt ist schlicht und ergreifend der Komfort für die Tiere.


Zwar kann der Diskus dauerhaft unter extremen Bedingungen leben, extreme Bedingungen bedeuten jedoch auch extreme Belastung für die Organe da diese dauerhaft Höchstleistungen vollbringen müssen. Also warum sollten wir die Kiemenepithelien, Zellorganellen und Nieren nicht ein wenig entlasten indem wir Mineralien zugeben?


Natürlich sollte man den Organismus auch nicht überlasten, wie bei allem anderen auch gilt bei Mineralien mit Maß und Ziel zu arbeiten.



Die Dosis macht das Gift


Ich selbst war auch lange dem Irrglauben aufgesessen die Natur kopieren zu können und habe meine Tiere mit Leitfähigkeiten zum Teil unter 50µS belastet. 

Zum Nachdenken und der Erkenntnis dass das was ich da mache absolut nicht angenehm für meine Tiere ist hat mich ein trauriges Erlebnis gebracht, als meine Tiere die sogenannte Drehkrankheit bekamen und ich meine komplette Haltung hinterfragt habe.


Diskusfische bleiben Weichwasserfische aber wir reden hier auch nicht über Härte in Form von Karbonathärte sondern von Mineralien und Spurenelementen.


Und auch mit 250µS bleibt das Wasser weich.


Ich persönlich habe mich von dem ausgelaugten "Naturwasser" verabschiedet und halte meine Tiere zwischen 200 und 300µS.


Ab und zu ziehe ich sie für ein bis zwei Wochen auf 70-100µS und mache quasi eine Entschlackungskur, allerdings mineralisiere ich ab und zu auch mal bis auf 600µS und mache eine Miineralkur für 1-2 Wochen. Und den Tieren gefällt es!

Die KH liegt dabei niemals über 0,3.


Bei der Aufbereitung ziehe ich langsam über einen ganzen Tag von 300 herunter auf 30-50 µS um anschließend wieder auf etwa 200µS zu mineralisieren.


Hierfür verwende ich mein eigenes Produkt Sasa's Mineralsalz sowie Aqua Namin von Frank Tinnes.


Seit ich mich von den extrem tiefen Werten verabschiedet habe hatte ich keine einzige Panikattacke mehr bei meinen Tieren und sie strahlen schöner als jemals zuvor.