pH, GH und KH

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pH, GH und KH

 

 

Diese Werte begegnen einem in der Aquaristik ab dem ersten Tag. Dass pH-Wert Karbonathärte (KH) und Gesamthärte (GH) miteinander zusammenhängen wird jedoch nur selten erläutert. Daher werden in dieser Datei auch gleich alle drei Werte behandelt.

 

Der pH-Wert (lateinisch für: potentia Hydrogenii)

 

PH-Wert bedeutet soviel wie „Gewicht des Wasserstoffs", also die Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einer Lösung. 

 

Beim pH-Wert handelt es sich um den negativen dekadischen Logarithmus der der Konzentration der Protonen (Wasserstoffionen H+) bzw. Hydronium-Ionen (H3O+) in wässriger Lösung.

 

Dieser wurde so definiert da man eine einfach zu handhabende Methode gebraucht hat um anzugeben wie sauer oder alkalisch eine Lösung ist. Prinzipiell macht man bei einer pH Bestimmung nichts anderes als die Konzentration der Wasserstoff-Ionen (H+) bzw. Hydronium-Ionen (H3O+)in der Lösung zu messen. Diese lassen sich recht einfach über das sogenannte Ionenprodukt berechnen, jedoch sind die dabei resultierenden Werte nicht gerade alltagstauglich.

Aufgrund der oben gezeigten Überlegung wurde ein pH von 7 als neutral definiert. Jeder Wert unter 7 gilt als sauer, jeder Wert über der 7 als basisch.

Nun aber genug trockene Theorie.

Wichtig ist diese jedoch damit man sich bewusst macht dass es bei einer pH Verschiebung um den Faktor 1 direkt um das zehnfache mehr oder weniger an „Säureteilchen“ geht.

Machen wir ein ganz einfaches Beispiel und nehmen den idealen pH-Wert für Diskus bei pH 6 an mit einer Toleranz von +/- 1 bedeutet 6 ist perfekt, 5 und 7 gehen noch.

Angenommen man hat nun einen pH von 8, ist ja nur eins über der 7 und gar nicht so schlimm…???

Weiß man nun aber dass es ein Zehnerlogarithmus ist mit dem der pH sich berechnet merkt man ganz schnell, dass eins mehr oder weniger ne ganze Menge ist.

Auf Deutsch heißt das bei pH 6 haben wir 10-6 Wasserstoffteilchen, bei pH 7 haben wir 10-7 und bei pH 8 dementsprechend 10-8. Und das ist ne Menge Zeug.

 

Umso wichtiger ist es den Tieren daher möglichst optimale Wasserwerte zu bieten und jede Verschiebung der Wasserparameter behutsam vorzunehmen.

 

Da die optimalen natürlichen Wasserwerte für Diskusfische im sauren Bereich liegen ist es wichtig dies auch im Aquarium umzusetzen. Eine dauerhafte Haltung bei zu hohen pH-Werten schädigt die Schleimhäute der Tiere. Ähnlich wie es bei uns Menschen mit der Haut der Fall ist wenn wir täglich mit Laugen hantieren.

 

Allerdings erreichen wir diese pH-Werte nur dann wenn das Wasser sehr weich ist, womit wir quasi schon beim zweiten Teil der Karbonathärte wären. Davor jedoch noch ein Punkt. Oft wird bei den von uns Diskushaltern angestrebten Wasserwerten vor einem sogenannten Säuresturz gewarnt. Diese Gefahr ist in der Realität jedoch sehr gering, wenn man keine gravierenden Fehler in der Fütterung und Filterung macht. Aber auch hier spielt die KH eine entscheidende Rolle.

 

 

Karbonathärte (KH)

 

Die Karbonathärte gibt an wieviel Kalk in unserem Wasser gelöst ist. Genauer und korrekter wäre statt der Bezeichnung Kalk die Konzentration des Anions Hydrogencarbonat (HCO3).

 

Oft wird sie auch als Pufferkapazität bezeichnet.

 

Dies ist zwar ebenfalls nicht ganz korrekt sagt aber schon was die KH macht, sie puffert den pH-Wert.

 

Puffer sind Stoffgemische aus schwachen Basen oder Säuren mit ihren zugehörigen Salzen, die in ihrem spezifischen pH-Wertbereich in der Lage sind sowohl ein H+ als auch ein OH- Teilchen abzugeben. Somit verhindern sie bei Säurezugabe in diesem Bereich einen Abfall des pH-Werts. Die Menge an Säure die der Puffer aufnehmen kann bevor es zu einem drastischen Abfall des pH-Werts kommt wird als Pufferkapazität bezeichnet.

 

Für uns bedeutet dies, je mehr Kalk im Wasser enthalten ist umso schwieriger ist es den pH-Wert ins saure zu verschieben, da zuerst der Kalk aufgelöst werden muss. Zudem verursachen KH-Werte über 4°DKH auf Dauer Nierenschäden bei unseren Fischen (Siehe: Gesundheit)

 

 

Gesamthärte (GH)

 

Die Gesamthärte gibt die Summe der Konzentrationen der Kationene von Erdalkalimetallen in Wasser an.

 

Als Nichtcarbonat-, permanente oder bleibende Härte bezeichnet man den Teil der Gesamtwasserhärte, der nicht an Hydrogencarbonat bzw. Carbonat gebunden ist und daher prinzipiell nicht als Calcium- oder Magnesiumcarbonat aus dem Wasser entfernt werden kann.

Dieser nicht entfernbare Anteil ist durch Anionen wie z. B. Chloride Nitrate und Sulfate ausgeglichen („gebunden“). In welchen unterschiedlichen Konzentrationen diese Anionen genau vorliegen, spielt in Bezug auf die Wasserhärte keine Rolle, gibt aber Auskunft über die Herkunft dieser Anteile.

 

Tatsächlich beeinflusst aber diese permanente Härte ganz entscheidend das Fällungsverhalten der Carbonathärte-Anteile, weil diese die Schwellenwerte z. B. der „zugehörigen Kohlensäure“ für das Eintreten der härtetypischen Fällungsreaktionen erhöhen.

 

Oft werden auch die Konzentrationen von Magnesium- und Calciumionen getrennt bestimmt und dann als „Magnesiumhärte“ bzw. „Calciumhärte“ bezeichnet. Ihre Summe entspricht in guter Näherung der Gesamtwasserhärte. [wikipedia]

 

Für uns reicht jedoch theoretisch zu wissen, dass die KH als Teil der GH gesehen werden kann, und somit die KH immer kleiner als die GH sein sollte. Ebenso sollte die KH im Diskusbecken nicht höher als 4 DGH liegen um Nierenschäden vorzubeugen.