Wasseraufbereitung

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Wasseraufbereitung

 

Vorneweg ob und wie ich aufbereiten muss hängt damit zusammen wie das Wasser aus der Leitung kommt.

 

Die örtlichen Wasserwerte kann man kostenlos bei seiner Gemeinde erfragen. Gutes Wasser sollte im folgenden Bereich liegen:

 

  • pH < 7,2
  • KH < 5
  • GH < 10
  • Leitfähigkeit < 600 μS

 

Ist eine Aufbereitung nötig sollte man sich für eine Technik entscheiden die den individuellen Bedürfnissen entspricht, dies kann eine Awab Anlage, eine Osmose Anlage oder ein Kohleblockfilter sein.

 

Fakt ist jedoch, Aufbereitung ist es nur dann wenn die unerwünschten Stoffe entfernt werden BEVOR das Wasser ins Aquarium läuft!!!

 

Sind die Werte an sich in Ordnung, das Wasser wurde jedoch gechlort muss man dieses austreiben. Hierfür kann man das Wasser in eine Wanne laufen lassen und solange mit einer Membranpumpe belüften bis kein Chlor mehr nachweisbar ist.

 

Flüssige 'Wasseraufbereiter' wie z.B. Aquasafe, Biotopol, Aquatan etc. arbeiten idR mit Ausfällung. Sie enthalten Stoffe die in der Lage sind giftiges Chlor sowie Schwermetalle zu binden. Oftmals sind den diversen Wasseraufbereitern auch noch Stoffe wie Aloe Vera oder Jod zugefügt um die Schleimhäute zu schützen oder Stress beim Wasserwechsel zu mindern.

 

Lediglich ein einziger Wasseraufbereiter den ich kenne arbeitet rein natürlich, und zwar ProNature von amtra. ABER auch hier gibt es einen Haken....

ProNature arbeitet mit DOC Verbindungen, klingt toll... disdolved organic carbon...

 

Is auch toll, allerdings verbrauchen diese ungelösten organischen Kohlenstoffe Sauerstoff. Besonders bei Aquarien mit einer sehr hohen Temperatur ab ca. 28-29 Grad sollte bei der Anwendung auf wirklich gute Sauerstoffzufuhr geachtet werden, sonst kann es gerade bei Diskus die einen hohen Sauerstoffbedarf haben sehr schnell zu Atemnot kommen.

 

Ideal wird auch hier aufbereitet bevor das Wasser im Aquarium landet.

 

Für diejenigen die weder Chlor noch Schwermetalle oder schlechte Wasserwerte aus der Leitung, dafür aber sehr warme Becken und alte Kupferleitungen haben empfehle ich den Polyfilter von Arcadia.

 

Dieser ist zwar teuer, entfernt aber ALLE Arten von Schadstoffen.

 

Dies erfolgt physikalisch durch Adsorption, d.h. Im Gegensatz zur Absorption wo der Schadstoff eingelagert wird, wird er am Polyfilter angelagert.

 

Erreicht wird dies durch Nanopolymere.  Wie genau die Wirkung der einzelnen Polymere abläuft ist aber leider auch mir zu hoch.

 

Ist ein böses Stück anorganische Chemie...

 

Wichtig ist aber es funktioniert!

 

Dass es funktioniert zeigt der Polyfilter durch Verfärbung an. Durch die Farbänderung der Polyfiltermatte kann man zusätzlich erkennen was genau der Polyfilter eingefangen hat.

 

Schneidet man die Matte auf und es ist nichts mehr weiß, ist er voll und muss gewechselt werden.

 

Der Polyfilter ist für mich persönlich ein MUSS in jeden Becken, quasi das Auffangnetz mit Sicherheitsleine im Falle eines Falles.

 

In den meisten Fällen muss für eine artgerechte Diskushaltung jedoch „richtig“ aufbereitet werden um optimale Werte zu erzielen.

 

Hierfür gibt es die Möglichkeiten der Osmose (Anlage kaufen, anschließen, Wasser vorbereiten) oder der Vollentsalzung.

 

Eine Osmoseanlage arbeitet mit Membranen durch die das Wasser gedrückt wird wobei die Härtebildner zurückgehalten werden.

 

Der Vollentsalzer hingegen arbeitet über Ionentausch.

 

Der Name Entsalzung kann hier verwirren, im chemischen Sinn ist hiermit nicht unbedingt Kochsalz (NaCl) gemeint. In der Chemie werden alle (kristallinen) Verbindungen die aus positiv geladenen Ionen (den Kationen) und negativ geladenen Ionen (den Anionen) bestehen als Salze bezeichnet.

 

Der Grundgedanke bei der Nutzung eines Vollentsalzers und Awab ist, ungewollte Stoffe im Aquarium nicht nur durch Wasserwechsel zu verdünnen, sondern diese komplett zu entfernen.

 

Bei der Vollentsalzung gibt es zwei Möglichkeiten.

 

1. Vollentsalzung mit Mischbett. Ist das Harz verbraucht schickt man es ein, und bekommt Ersatz

 

2. Vollentsalzung mit zwei Säulen, erstens Kationentauscher (kurz Kati) zweitens Anionentauscher (kurz Ani)

 

Um das Grundprinzip beim Ionentausch zu verstehen werde ich das ganze am Beispiel von zwei Säulen (Kati-Ani) erklären.

 

Die beiden Säulen schaltet man in Reihe.

 

Zuerst der 'Kati' dann der 'Ani'.

 

Becken → Kati → Ani → Becken

 

Vereinfacht kann man sich das Harz im Kati als Magnet vorstellen an dem H+ Ionen hängen dieser mag jedoch lieber andere +Ionen z.B. Calcium. Also lässt er die H+ frei und schnappt sich die Ca+-Ionen.

 

Dadurch bekommen wir sehr viel H+ ins Wasser (vgl. pH wert) das Wasser wird extrem sauer. Danach fließt unser saures Wasser in den Ani, dieser hat OH- mag aber lieber andere - Ionen, also lässt er die OH- frei und krallt sich die Anionen im Wasser.

 

H+ und OH- reagieren dann zu H2O und das ist reines Wasser.

 

Da dieses keinerlei Härte mehr enthält sollte das Wasser jedoch minimal gepuffert werden um einen Abfall des pH Werts zu verhindern. Hierfür eignet sich hervorragend ein Säckchen Korallenbruch im eigentlichen Filter.

 

Um wirklich alles raus zu holen ist es erforderlich einen stark sauren Kati und einen stark basischen Ani zu verwenden.

 

Bei schwach schwach würden unerwünschte Reste im Wasser zurück bleiben und auch viel zuviel CO2 ins Becken eingeleitet.

 

Auf den folgenden Seiten wird jedes dieser Prinzipe nochmals detailliert in seiner Wirkungsweise inkl Vor und Nachteilen erläutert.