Testbericht Glasperlenfilter

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Testbericht Glasperlenfilter

 

Als ich meinen ersten GPF bekommen habe, hat mich Patrick Borgmeyer gefragt ob ich Lust hätte meine Erfahrungen damit auch in seinem Kundenforum zu teilen, da dort Erfahrungsaustausch sowie Support vom Kunde für den Kunden stattfindet.

 

War ich natürlich gern bereit dazu, und da ich kurz vorher erst ne komplette Packung Hygikult Keimtests abstauben konnte stand auch ausführlichen Tests nichts im Wege.

 

Den damals unter Extrembedingungen entstandenen Testbericht möchte ich gerne auch hier mit euch teilen.

 

Nun aber zum eigentlichen Test.

 

Ich hatte mir davor mal wieder meine Gedanken gemacht wie ich meine Entkeimung optimieren könnte. Und bin die beiden Möglichkeiten durchgegangen, töten oder fangen.

 

Abtöten hat jahrelang mein UV-C gemacht.

 

Rausfangen kann der Glasperlenfilter. Dies funktioniert über eine Art Oberflächenspannung die die Mikroorganismen festhält, und die verhungern dann auf den Perlen einfach.

 

Vorteil z.B. gegenüber UVC:

 

  • keine Stromkosten
  • keine Tote Biomasse die die "guten" Filterbakterien zusätzlcih belastet
  • geringe Anschaffungskosten
  • kein Materialverschleiß
  • jederzeit aufrüstbar (mehrere parallel geschaltet)

 

Da ich selbst schon mit Sand gute Erfahrungen gemacht hatte, das Rückspülen aber immer ne sehr langwierige und wasserintensive Sache war, und der Sand zudem immer recht schnell mit Dreck zugesetzt habe ich mich im Dezember 2017 entschlossen bei Patrick einen Glaskugelfilter zu bestellen.

 

Da ich hier recht oft von 5l Säulen an Becken um die 500-600l gelesen habe, hatte ich nun die schlaue Idee ähnlich wie beim UVC die Wattzahl, einfach das Volumen zu verdoppeln. Ich wurde dann von Patrick aufgeklärt dass eine 10l Säule wenig Sinn machen würde, ggf. wäre aber eine zweite Säule parallel geschaltet möglich, was die Effektivität dann auch wirklich verdoppeln würde.

 

So weit so gut 5l Säule bestellt, und die war auch ruck zuck bei mir.

 

 

Das Testbecken:

 

200x70x70cm zu der Zeit hoffnungslos überbesetzt mit 30 Diskus, 6 Skalaren, 12 großen Welsen sowie ca. 20-30 Hypancistrus und ca. 50-60 Corydoras

 

Die absolut katastrophal hohe Besatzdichte erwähne ich daher so explizit, da diese zeigt, mein Becken war HOCHBELASTET!!! Was da an Keimen zusammen kommt...

 

Betrieben wird mein Becken mit einem Fluval FX6 gefüllt mit Schwämmen (20ppi) außen und Filterwatte innen als mechanischen Dreckfilter ohne Vorfilter

 

40l Biofilter gefüllt mit 5kg Zeolith, 5l Sinterglas und Schwämmen, betrieben mit einer Jebao Förderpumpe (2500l/h reale Leistung).

 

Zusätzlich ist ein Twinstar Yotta+ Hydrolyse Gerät installiert. Sowie ein Hydroponikkasten gefüllt mit Sinterglas und Sand, besetzt mit Efeutute und Einblatt im Einsatz (Durchfluss 20l/h)

 

Aufbereitet wurde mein Wasser mit AWAB (Kati-Ani / stark-stark) insgesamt das komplette Volumen einmal die Woche, geteilt in 2-3 Runden. (Heute da der Besatz angemessen ist reicht mir einmal die Woche für etwa 3-4 Stunden)

 

Temperatur liegt zwischen 28,5 Grad nachts und 30,5 Grad tagsüber (zweimal 300W, einer davon Zeitschaltuhrgesteuert von 5-17Uhr sowie 300W Titanheizer mit Computersteuerung)

 

Viele Naturmangroven, 4-6 mal täglich Fütterung

 

Ideale Bedingungen für Keime aller Art 

 

Nun aber zum eigentlichen Erfahrungsbericht.

 

Tag 1: Die Säule wird hinter den 40l Biofilter geschaltet, Durchfluss 300l/h (eigener Auslass ins Becken)

 

Tag 4: Durchfluss hat schon merklich nachgelassen, dennnoch schalte ich die UVC Lampe (55W) aus, diese lief 4 Tage parallel um den Glaskugeln Zeit zu geben einen Biofilm zu bilden

 

 

Tag 5: Keimprobe (verwendet wurde der Test von Hygicult, da ich unmittelbar vor der Messreihe eine Packung gratis abstauben konnte. im Normalfall verwende ich Bode Dip Slide)

Die Keimbelastung hat sich zu vorher etwas mehr als verdoppelt (war wohl zu ungeduldig mit UVC abschalten...) aber noch nicht gefährlich...

 

Tag 8: Durchfluss auf ca 60l/h gesunken, scheiß auf die Angaben, da muss ich spülen.... Obenauf, ein richtig kompakter Dreckteppich

 

Tag 9: Keimprobe

 

Probe wurde zwar 12 Std zu lang gebrütet (hab sie vergessen) Dennoch hat das Spülen geholfen, der Anstieg den ich befürchtet habe ist ausgeblieben, im Gegenteil. Leicht gesunken

 

Tag 16: Keimprobe

Weniger Keime als mit 55 Watt UVC ... ich bin begeistert.... (8 schnellwachsende kulturen, vorher durchschnittlcih 12)

 

Allerdings auch die Erfahrung gesammelt dass auch der Glasperlenfilter seine zwei Wochen "Einlaufzeit" braucht um wirkungsvoll einen Biofilm aufzubauen.

 

Tag 20:Rückspülen, diesmal hat er zwar schon länger gehalten, aber nun war die Leistung down, und beim spülen kam auch mehr feiner Dreck, die letzten Reste der Dreckplatte vom ersten mal haben sich nun auch aufgelöst (hingen in der Mitte, da ich beim ersten mal versucht hab sie mit schütteln klein zu kriegen)

 

Tag 30:Keimprobe, Durchfluss ist immernoch konstant bei ca 250l/h.

Tag 40: Ich beginne meine Humindosis von 5ml/ Tag auf volle Dosis 10ml/ Tag zu erhöhen, da nach Tests nun feststeht, dass das Humin von Frank Tinnes meinen Vollentsalzer nicht belastet

 

Tag 55: Trotz konstant gutem Durchfluss spüle ich, und Wahnsinn wieviel Dreck sich da mittlerweile ansammelt. Werde das Spülen alle 4 Wochen so beibehalten

 

Die Kombination aus Humin und Glasperlen hat sich bewährt.

 

 

Etwa 3 Monate später:

 

Ich habe meine tägliche Humindosis mittlerweile auf 1,5ml/100l erhöht. Ansonsten nichts am System verändert. Die Routine Keimtests etwa 1x pro Monat sehen nun so aus, unabhängig davon ob ich die Probe unmittelbar vor dem Rückspülen, unmittelbar danach oder ziemlich in der Mitte nach 2 Wochen mache

 

 

 

Fazit:

 

Nach 14 Tagen Einlaufzeit lief das Ding, besser, umweltfreundlicher, pflegeleichter, günstiger und vor allem effektiver als UVC.

 

Nach Erhöhung der Huminzufuhr sind die Werte einfach nur perfekt.

 

Trotz maximal hoher Wasserbelastung aufgrund wirklich sehr hoher Besatzdichte blieb die Keimzahl konstant klein.

 

Rückspülen ist innerhalb von 10 Minuten bei minimalem Wassereinsatz erledigt.

 

Keine Nebenwirkungen

 

Kein Risiko

 

Keine Folgekosten ( Wechselbirnen bei UVC, Elektroden bei Hydrolyse)

 

In Kombination mit täglich Humin ein nahezu keimfreies Aquarium und kerngesunde Fische.

 

Wer noch strahlt ist selber schuld 

 

 

Bezugsquelle:

 

Patrick Borgmeyer

Diskusscheune Bilshausen

www.awab-bilshausen.de