Hygiene

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Hygiene im Diskusbecken

 

 

Neben möglichst naturnahen Wasserwerten und einer gesunden abwechslungsreichen Ernährung ist die Wasserhygiene einer der wichtigsten Punkte um erfolgreich gesunde Diskus zu pflegen.

 

Eine gute allgemeine Beckenhygiene erreicht man in erster Linie durch eine angepasste Einrichtung diese sollte nicht überladen sein, nur sparsam bepflanzt und so ausgelegt sein dass sich keine Stellen bilden an denen sich der Dreck ansammeln kann. Mit Dreck sind hier zusammenfassend Futterreste, Fischkot, abgestorbene Pflanzenteile aber auch Wurzelabrieb gemeint.

 

Dieser Dreck sollte von der Strömung in jeder Ecke des Aquariums erfasst und zur Ansaugung des Filter getragen werden.

 

Neben solchen offensichtlich mit bloßem Auge erkennbaren Dingen wie Fischkot und Futterresten gibt es aber auch noch die Keimdichte. Diese ist für uns nicht mit bloßem Auge erkennbar und kann lediglic mit einem Keimtest einigermaßen verlässlich bestimmt werden.

 

Bevor wir mit dem eigentlichen Thema starten, erst einmal ein paar allgemeine Grundlagen zu Bakterien, Viren und Mikroorganismen allgemein. Keine Angst wird nicht allzu wissenschaftlich.

 

Bakterien, und andere Mikroorganismen sind wie der Name vermuten lässt Lebewesen. Einzellige Lebewesen um genauer zu sein, die sich per Zellteilung vermehren. Viren hingegen sind keine "echten" Lebewesen, was genau Viren sind, da ist man sich noch nicht so ganz einig. Für uns wichtig ist lediglich, dass Viren um ein Vielfaches kleiner sind als Bakterien, und somit unmöglich zu filtern.

 

Ebenso kann man sie nicht mit Antibiotika oder ähnlichem vernichten, das muss das Immunsystem bei einer Infektion ganz alleine schaffen.

 

Bakterien (Prokaryoten) unterscheiden sich von uns Menschen und Tieren (Eukaryoten) dadurch, dass sie eine Zellwand haben, wir haben lediglich eine Zellmembran . Dafür haben wir einen Zellkern (in dem eine Art Bakterienzelle sitzt) die den Prokaryoten fehlt.

 

Diese Unterschiede ermöglichen es Antibiotika erst Bakterien abzutöten ohne uns ebenfalls zu schädigen, dies funktioniert indem entweder die Zellwand (die wir ja nicht haben) zerstört wird, damit das Bakterium "ausläuft", oder indem die Fortpflanzung unterbunden wird. (nur soviel, Prokaryonten haben eine andere Art der Zellteilung wie wir, aber das gäbe nun zu kompliziert)

 

Da Bakterien sich durch Zellteilung vermehren ist es eine reine Rechenaufgabe zu ermitteln wann es kritisch wird. Da sich die Anzahl immer verdoppelt ist das ein ganz einfaches exponentielles Wachstum.

 

Gehen wir von 1 Bakterium als Start aus

 

  • 1x2 =2
  • 1x2x2=4
  • 1x2x2x2 = 8
  • ...

 

oder etwas einfacher

 

  • 1x2 = 2^1= 2
  • 1x2x2 = 2^2 = 4
  • 1x2x2x2 = 2^3 = 8
  • ...

 

  • 1x2x....x2x2 = 2^10 =1024

 

Da manche Bakterien gerade mal 10 Minuten für eine Zellteilung brauchen hätten wir nach einer Stunde schon 2^6 = 64 Bakterien und nach zwei Stunden 2^12 = 4096....

 

Je mehr Bakterien im Wasser sind umso mehr hat das Immunsystem unserer Tiere zu tun um diese in Schach zu halten, und umso geschwächter sind die Tiere auf die Dauer was es den Bakterien wiederum leichter macht. -> Teufelskreis

 

Um nicht in diesem Teufelskreis zu landen, ist es wichtig seine Keimzahl (Gesamtzahl an lebenden Bakterien im Wasser) möglichst gering zu halten.

 

 

Naheliegende Folgerung :

 

Wir müssen die Keimdichte gering halten. 

 

 

Wie schafft man das?

 

Zum einen durch Wasserwechsel, allerdings wollen wir eigentlich IMMER eine niedrige keimdichte und nicht nur einmal die Woche oder einmal im Monat... (Wie schnell sich Bakterien vermehren können hatte ich glaube erwähnt)

 

Also brauchen wir ein oder mehrere Hilfsmittel die Keime reduzieren.

 

Das bekannteste hiervon ist der UVC-Klärer. UVC Strahlung tötet Bakterien und auch Algen zuverlässig ab. Um eine effektive Keimtötung zu erreichen sind im durchschnittlichen Diskusbecken um die 500l je nach Bauweise des UV-C Klärers allersings mindestens 36 Watt nötig.

 

UVC-Klärer gibt es als einzelne Lampe, die vor oder nach den Außenfilter geschaltet wird, als Anhänger die außen am Becken hängen und als Innenfilter (soweit ich weiß nur bis 11W). Allen gemeinsam ist, dass die Lampe regelmäßig (bei Leistungsverlust) getauscht werden muss. 

 

Eine weitere Möglichkeit ist die Schaltung eines Sand oder Glasperlenfilter nach dem Biofilter, dieser sollte mit etwa 300l/h durchflossen werden, und hält Keime zurück.

 

Die Glasperlen sind ca 1mm groß, und über die Diskusscheune Bilshausen (www.awab-bilshausen-de) erhältlich und haben einige Vorteile gegenüber Sand.

 

Der Durchfluss ist aufgrund der gleichmäßigeren Zwischenräume größer und die Reinigung mittels Rückspülung sehr viel schneller und effektiver erledigt.

 

Dritte Möglichkeit ist die Hydrolyse.

 

Diese erfolgt über ein kleines Gerät, dass molekularen Sauerstoff O2 in radikales O spaltet. Da Sauerstoff eigentlich immer im Doppelpack Auftritt ist dieses Radikal sehr reaktionsfreudig und reagiert u.a. Indem es Keime und Algensporen 'anspringt' und zerstört.

 

Die Wirkungsweise ist vergleichbar mit Ozon (O3) was Möglichkeit 4 wäre. Dieses ist ebenfalls aufgrund seiner instabilen Struktur sehr reaktionsfreudig.

 

Die meisten der freigesetzten Radikale bei der Hydrolys verbinden sich zwar mit anderen Radikalen zurück zu Sauerstoff, was meiner Meinung nach jedoch ein überaus positiver Nebeneffekt ist, da dieser den Tieren zur Verfügung steht.

 

Zu nennen ist hier der sogenannte Yotta+ der Firma Twinstar, dieser ist laut Hersteller ausreichend bis 430l.

 

Natürlich kann man gleichzeitig mehrere oder alle der genannten Möglichkeiten nutzen.

 

Unseren guten Bakterien schadet keine davon, da diese fest verankert in Biofilmen auf den verschiedenen Oberflächen im Aquarium, sowie im Bodengrund und Filter Leben.

 

Im Gegenteil je mehr frei umher schwebende Keime aus dem Wasser entfernt werden umso einfacher haben es auch unsere guten Bakterien ihren Platz zu behaupten.

 

Da Hydrolyse bisher kaum verbreitet ist und auch genügend Informationen über das Wirkprinzip seitens der Hersteller vorliegen und Ozon eher im Meerwasser Bereich eine nennenswerte Rolle spielt beschränken wir uns hier darauf UV-C und Glasperlen genauer vorzustellen und auch gegenüber zu stellen.