Glasperlenfilter

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Glasperlenfilter

 

Eine weitere mittlerweile sehr oft genutzte Möglichkeit die Keimdichte im Aquarium zu senken ist ein sogenannter Glasperlenfilter.

 

Die Idee dahinter ist nicht ganz neu.

In der Trinkwasseraufbereitung sind Techniken wie Uferfiltration (große Sandfilter) ein alter Hut, das Trinkwasser im Saarland wird beispielsweise auf diese Art aufbereitet und Chlor kommt lediglich temporär dann zum Einsatz wenn akut gerade irgendwo Keime in der Leitung gefunden werden.

 

Auch bei der Filterung von Pools und Schwimmbädern ist diese Technik bereits seit längerem bekannt, ebenso werden dort bereits seit längerer Zeit Glasperlen statt Sand genutzt.

 

Nutzbar für die Aquaristik hat diese Technik die Diskusscheune gemacht.

 

Natürlich gibt es bei Glasperlen wie bei fast allem mehrere Anbieter und Hersteller.

 

Diese Seiten beziehen sich lediglich auf die Glasperlenfilter von der Diskusscheune sowie die darin eingesetzten originalen Silibeads.

 

Ich erwähne dies so ausdrücklich da mittlerweile einige andere Anbieter den Versuch gestartet haben auf den fahrenden Zug aufzuspringen und Säulen anbieten die sie als Glasperlenfilter bezeichnen, über deren Wirksamkeit oder Unwirksamkeit will und kann ich jedoch kein Urteil fällen.

 

Aber was genau ist denn ein GPF?

 

Beim Glasperlenfilter handelt sich ähnlich wie bei den anderen für den Awab Betrieb genutzten Komponenten um eine Säule, nur dass diese nicht mit Ionentauscherharz gefüllt ist sondern mit kleinen Glaskugeln.

 

Das Wasser wird mit 300l/h von oben nach unten durch die Säule geleitet und muss dazu um die Glasperlen herum fließen.

 

Die Silibeads zeichnen sich durch folgende Parameter aus:

 

  • Silibeads ordnen sich als sog. „Kugelpackung“ strukturiert im Filterbehälter an
  • Präzise und enge Siebkurven (Gradation) ermöglichen [...] ein staubfreies Befüllen der Filter
  • Hohe Bruchfestigkeit und Abriebbeständigkeit für mechanische und chemische Stabilität
  • Effektive und effiziente Filtrationsprozesse durch optimale hydraulische Bedingungen
  • Beste Selbstreinigungs- und Fluidisierungseigenschaften während der Rückspülung
  • Lange Lebensdauer des Filtermaterials

 

[Quelle: www.sigmund-lindner.com]

 

 

In der Praxis bedeutet das soviel, die gleichmäßig geformten und sehr bruchsicheren Glaskugeln bilden ein sehr gleichmäßiges Bett in der Säule was die Risiko auf Bildung von Kanälen verringert.

 

Kanäle sind immer unerwünscht da sie dazu führen, dass das zu filternde Wasser am Filtermedium vorbei statt hindurch fließt.

 

Auch erreicht man durch die gleichmäßige runde Form sehr gleichmäßige Abstände zwischen den einzelnen Kugeln was zu einem maximalen Rückhaltevermögen führt.

 

Die eigentliche Entkeimung funktioniert hier physikalisch. 

 

Nach einigen Tagen Betrieb bildet sich auf den Oberflächen der einzelnen Kugeln ein Biofilm, ähnlich wie wir es schon von anderen Oberflächen im Filter und Aquarium kennen. Gleichzeitig führen Van-der-Waals Kräfte sowie die Oberflächenspannung auf dem Biofilm sowie der Glaskugel zu einem Anhaften der vorbeigetragenen Bakterien.

 

Diese sitzen nun auf der Glaskugel fest und kommen nicht mehr weg.

 

 

Nebeneffekte

 

Da die Zwischenräume zwischen den einzelnen Glasperlen winzig sind werden jedoch nicht nur Keime zurückgehalten sondern auch selbst kleinste Schmutzpartikel und Schwebstoffe. 

 

Dies führt zu einem absolut klaren sauberen Wasser, wie es allein mit Schwamm und Watte niemals zu erreichen wäre, selbst nicht mit modernen sehr schnell verschmutzen Mikrofilterwatten und Vliesen.

 

Allerdings ist dies auch ein Nachteil der Glasperlentechnik da diese Partikel den GPF innerhalb kürzester Zeit zusetzen können wenn die Filterung vor der Gasperlensäule nicht effektiv genug ist.

 

 

Vorteile

 

Größter Vorteil des GPF ist seine Nachhaltigkeit 

 

Ein GPF kann bei angemessener Pflege nahezu ewig halten ohne dass die Glasperlen getauscht werden müssen.

 

Auch in Sachen Stromverbrauch ist der GPF der UV-C sowie den anderen Entkeimungstechniken weit voraus, da der GPF entweder hinter den Außenfilter oder zusammen mit dem Filterkreislauf an die Pumpe angeschlossen wird verbraucht er keinen zusätzlichen Strom.

 

Auch sind die Wartungskosten und verbrauchten Ressourcen kaum nennenswert, man braucht keinerlei Ersatzteile, lediglich einige Liter Spülwasser alle 4 Wochen bei der Rückspülung. Bei einer sehr starken Verschmutzung kann ein GPF auch mal mit Natronlauge "regeneriert" werden.

 

Größter Vorteil für mich persönlich ist jedoch die Tatsache, dass Humine weder die Wirkweise beeinflussen ncoh selbst vm GPF beeinflusst werden. Auch eine medikamentöse Behandlung ist jederzeit möglich ohne die Entkeimung abschalten zu müssen da das Wirksprinzip rein mechanisch ist.

 

 

Nachteile

 

Man muss den Durchfluss im Auge behalten, besondern wenn größere Arbeiten die mit viel Dreck verbunden sind gemacht wurden.