Umzug in ein neues Aquarium

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Umzug in ein neues Aquarium

 

Sei es dass man seine Tiere aus einem Aufzuchtbecken in das bleibende große Becken umsiedeln möchte oder weil man sich ein neues (größeres) Aquarium zugelegt hat. 

 

Manchmal steht ein Umzug an.

 

Hierbei müssen wir unterscheiden ob das neue Aquarium an der gleichen Stelle stehen soll an der das Alte stand, oder ob man die Möglichkeit hat beide Aquarien eine Zeit lang parallel laufen zu lassen.

 

 

1. Umzug in ein parallel laufendes Aquarium

 

Hat man die Möglichkeit das bestehende und das neue Aquarium eine Weile parallel laufen zu lassen ist diese Methode eindeutig zu bevorzugen.

 

Wenn das neue Aquarium aufgestellt ist nimmt man es ganz normal mit der Filtertechnik die später dran bleiben soll in Betrieb. Hierbei ist es zu empfehlen ein wenig Biomasse aus dem Filter des bestehenden Aquarium in den Filter des Neuen zu verbringen. Somit ist der neue Filter schonmal mit den bereits vorhandenen Bakterienstämmen angeimpft.

 

Zusätzlich empfiehlt es  sich großzügig mit Startbakterien zu arbeiten. 

 

Meine Empfehlung:

 

Die getrockneten Startbakterien von Eheim in Verbindung mit Söll Baktinetten Teich (Teich einfach aus Kostengründen da die Portion ne angemessene Größe zu einem fairen Preis hat).

 

Nach etwa 5 Tagen sollte wie wir es schon vom Einfahren kennen ein deutlicher Nitritpeak stattfinden.

 

Sobald das Nitrit auf 0,05 - 0 runter ist kann man die Tiere umsiedeln. Dies kann sofern die Wasserwerte übereinstimmen ohne großes Umgewöhnen einfach passieren indem man die Tiere in einen sauberen Eimer oder in eine Fischtüte setzt und dann aus dem Eimer / der Tüte ins neue Aquarium schwimmen lässt.

 

Um keinen erneuten großen Nitritpeak zu bekommen sollte man den Filter vom bisherigen Aquarium für etwa 4-6 Wochen zusätzlich ans neue Becken hängen ohne ihn vorher zu reinigen.

 

Natürlich sollte das Nitrit aber auch Ammonium in den ersten Tagen morgens und abends kontrolliert werden, damit man bei einem Anstieg sofort eingreifen kann.

 

 

2. Umzug in ein neues Aquarium das frisch aufgestellt wird

 

Soll das neue Aquarium an der gleichen Stelle aufgestellt werden wo bereits das Alte stand wird es ein wenig aufwendiger und schwieriger.

 

Hat man ein Quarantänebecken um die 200l kann man darin problemlos 10 ausgewachsene Diskus "parken". Hat man keines wäre dies nun DIE Gelegenheit sich eines anzuschaffen, prinzipiell reicht hier ein nackter Glaskasten, den man mit Styropor abdeckt. Natürlich sollte der vorhandene Filter sofern möglich an das Quarantänebecken angeschlossen werden. Hat man normal ein Filterbecken kommt es darauf an wie lange die Tiere geparkt werden sollen. Will man das neue Aquarium zuerst einfahren, muss man sich einen kleinen Außenfilter besorgen und diesen mit Material aus dem Filterbecken füllen. Tägliche Wasserwechsel sollten dennoch eingehalten werden.

 

Möchte man die Tiere sofort umsiedeln reicht im Quarantänebecken ein Luftsprudler.

 

Hat man kein Quarantänebecken ist auch eine Regentonne eine Möglichkeit die Tiere zwischen zu lagern, allerdings sind diese nicht günstiger als ein Glasbecken. Eimer sind für einen Aufenthalt über mehrere Stunden nicht geeignet!

 

Da der Aufbau und die Einrichtung eines Aquariums selbst wenn alles perfekt läuft mehrere Stunden dauert, und man auch noch einen gewissen Puffer einrechnen sollte falls etwas nicht genauso klappt wie geplant empfiehlt es sich die Tiere schon einen Tag bevor das neue Aquarium aufgestellt wird umzusiedeln, und das alte Aquarium abzubauen.

 

Ich persönliche bevorzuge folgende Vorgehensweise:

 

  • Genug Sand aus dem alten Becken absaugen um den Boden vom Quarantänebecken mit 1cm zu bedecken
  • Quarantänebecken mit Wasser aus dem alten Becken füllen.
  • Einrichtung aus dem alten Becken komplett entfernen.
  • Ggf. Wasserstand weiter senken.
  • Tiere umsetzen.
  • Bei Außenfilter: diese an die Quarantäne anschließen
  • Bei Filterbecken: Außenfilter am QB mit Material aus dem Filterbecken füllen, Sprudler ins Filterbecken um Bakterien mit Sauerstoff zu versorgen.
  • Altes Becken abbauen und alles für die Lieferung des neuen vorbereiten
  • Neues Becken aufstellen
  • Ggf Verrohrung verkleben und 24Std trocknen lassen
  • Während Verrohrung trocknet kann man das neue Becken schonmal trocken einrichten.
  • Bei Außenfilter kann man sofort füllen und dann einen Außenfilter am neuen Becken laufen lassen und einen an der Quarantäne lassen.
  • Bei Filterbecken kommt es darauf an ob dieses auch erneuert wird oder übernommen.
  • Wird das alte Filterbecken weiter genutzt einfach das alte Wasser abpumpen und durch frisches ersetzen.
  • Wird das Filterbecken ebenfalls erneuert, nur das eingefahrene Filtermaterial umsiedeln 
  • In jedem Fall großzügig Startbakterien dazu, da das eigentliche Aquarium steril ist.

 

Anschließend gehe ich vor wie bei dem parallelen Umzug, ich lasse das neue Becken etwa eine Woche laufen während die Tiere in der Quarantäne verbleiben. 

Möchte man sofort umsetzen muss man sein Nitrit und Ammonium mehrfach täglich kontrollieren und darf anfangs nur sparsam füttern. 

 

Wer eine Nitratharzsäule hat kann wenn Nitrit auftritt den Durchfluss erhöhen um dieses zumindest teilweise durch Ionentausch zu entfernen. Dabei sollte die Säule aber nach etwa einer Woche regeneriert werden.

 

Hat man keine Nitratharzsäule kann man auch NitratEx von JBL verwenden, aufgrund der winzigen Portion sollte man sich aber direkt mehrere Beutel kaufen und diese täglich austauschen. Sprich einen in den Filter, einen im Salzbad und wechseln bis der Peak vorbei ist.

 

Auch ein großzügiger Einsatz von Zeolith hilft einen starken Peak zu vermeiden, da Zeolith Ammonium und Ammoniak auffangen kann. Ist es erschöpft kann es im Filter verbleiben und bietet den Bakterien Siedlungsfläche.

 

ACHTUNG!!! Ist Zeolith im Filter darf KEINE SALZBEHANDLUNG durchgeführt werden, da Zeolith durch Salz regeneriert wird und dann alle gefangenen Schadstoffe und Gifte schlagartig wieder frei gibt!!!!

 

Während der kritischen Phase sollte der pH-Wert zwischen 6,8 und 7 stabilisiert werden, da Nitrit umso giftiger wird je saurer das Wasser ist, während Ammonium zu Ammoniak umschlägt wenn es alkalisch wird.

 

Auch wenn unsere Tiere prinzipiell ein härtefreies Wasser bevorzugen empfiehlt es sich während der ersten Wochen die Karbonathärte auf 3-4 anzuheben und sobald das System stabil läuft wieder langsam abzusenken.