Woran man erkennt dass es einem Diskus nicht gut geht

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Woran man erkennt dass es einem Diskus nicht gut geht.

 

 

Oft sind es kleine Anzeichen mit denen Mangelerscheinungen und Schwächungen bis hin zum Kümmerwuchs beginnen. Dieser Prozess ist schleichend, weshalb man seine Tiere (besonders in der Aufzucht) gut beobachten sollte. Auch gesund gekaufte Tiere  können durch Fehler in der Haltung und Aufzucht innerhalb kurzer Zeit abbauen.

 

Das Ergebis sieht dann nach einigen Monaten im schlimmsten Fall so aus: 

 

Soweit muss aber nicht kommen wenn man seine Tiere gut beobachtet und ihnen optimale Haltungsbedingungen bietet.

 

Woran genau ihr erkennen könnt das etwas nicht stimmt werde ich euch in der folgenden Fotoaufstellung zeigen.

 

 

Augen:

 

Erste Zeichen für Unwohlsein zeigen meist die Augen, sind diese durchgehend schwarz gefärbt, oft mit einem deutlichen schwarzen Streifen stimmt etwas nicht, und der Fisch fühlt sich unwohl. Dies kann neben Parasiten und schlechten Wasserwerten auch Stress zur Ursache haben. Ein kurzzeitiges Schwarzfärben zB bei der Fütterung oder wenn die Tiere sich zanken ist jedoch normal.

 

Achtung bei Pidgeon, Blue Diamond, Roten oder Dark Angel. Diese Tiere haben durch Zucht ihre Fähigkeit zum Streifen zeigen und dunkel färben verloren. Bei Tieren dieser Farbschläge muss man umso genauer hinschauen.

Links: Blue Diamond mit dunkel gefärbten Augen  

         Rechts: Rot-Türkis mit schwarzen Augen

 

 

Die nächsten Bilder zeigen wie die Augen aussehen sollten.

Links: der gleiche Blue Diamond nach Optimierung der Haltungsbedingungen                                                                                                        Rechts: Rot-Türkis mit hellen klaren Augen

 

 

 

Weiteres wichtiges Kriterium ist die Größe der Augen, das Verhältnis zwischen der Körpergröße und der Augengröße sollte zueinander passen. Sind die Augen zu groß für den Körper hat das Tier entweder zu wenig oder minderwertiges Futter bekommen und dadurch im Körperwachstum stagniert.

Links: das Auge ist zu groß für den Körper                        

          Rechts: bei diesem Tier ist neben den zu großen Augen schon deutlicher Kümmerwuchs erkennbar

Tiere mit einer zum Körper passenden Augengröße. Trotz Ausbildung der Streifen beim linken Tier ist das Auge hell und klar.

 

 

Aber die Augen verraten noch mehr, so geben sie uns z.B. Aufschluß über die Keimbelastung im Wasser.

Steigt die Keimbelastung zu hoch treten die Augen hervor, dies kann bis zum „Glotzauge“ gehen welches medikamentös behandelt werden muss und oft zum Tod führt. Auch werden die Augen bei bakteriellen Problemen trüb.

Links: Hervortretende Augen durch zu hohe Keimdichte                   

           Rechts: Trübes Auge durch zu hohe Keimdichte

Die gleichen Tiere nach Optimierung der Haltungsbedingungen

 

 

 

Körper und Flossen

 

Neben den Augen sollte man ganz genau auf die Flossen der Tiere achten. Die Säume sollten scharfkantig sein, die Strahlen nicht hervortreten und die Tiere dürfen die Flossen nicht am Körper festklemmen.

 

 

Links: geklemmte und ausgefranste Brustflosse sowie geklemmte Bauchflossen. Zusätzlich zeigt der Fisch Kopflöcher sowie Hautgries aufgrund von Nierenproblemen. 

              Rechts: Geklemmte Brustflosse

Links: Massive Flosseneinschmelzung aufgrund von Mangelerscheinungen, beginnende Einschmelzung der Strahlen 

           Rechts: Beginnende Flosseneinschmelzung der Rücken und Analflosse sowie Dunkelfärbung

Klar definierter Flossensaum, bei genauem Hinsehen erkennt man eine Unregelmäßgkeit auf den letzen 5mm Flosse, hier sind eingeschmolzene Flossenteile nachgewachsen und die Deformation zurückgeblieben

Beide Brustflossen werden beim Schwimmen aktiv genutzt und in Ruhe locker aufgespannt neben dem Körper getragen, auch die Rücken und Analflosse sind locker aufgespannt ohne Anzeichen für ein Klemmen

 

 

 

Körperform

 

 

Neben den Flossen zeigt auch die Körperform an ob ein Tier gesund ist, alle Körperformen sollten rund und in einer harmonischen Linie verlaufen. Ecken und Kanten aller Art am Diskusfisch weisen auf Mangelerscheinungen bis zur Abmagerung hin.

 

 

Neben ersten Anzeichen wie dunklen Augen und allgemeiner Dunkelfärbung zeigt dieses Tier auch die für einen Mangel typischen Flosseneinschmelzungen an Rücken und Analflosse sowie bereits einen ausgeprägten Messerrücken

Diese beiden Tiere zeigen neben dem Messerrücken schon Kümmerwuchs. In diesem Stadium sind die Wachstumsschäden meist bleibend. Auch wenn das Tier aufgepäppelt wird.

Seitenansicht der oberen Tiere, die Abmagerung ist bereits weit fortgeschritten und die Tiere haben „ihre Form“ verloren

 

Anmerkung: beide Tiere wurden beim Entstehen der Fotos bereits bestmöglich versorgt und befanden sich auf dem Weg der Besserung. Leider ist mir nicht bekannt wie es für den Pigeon ausgegangen ist, da das Tier vom Halter abgegeben wurde. Der Kobalt befindet sich in meinem eigenen Besitz und sah nach einem Jahr Pflege unter bestmöglichen Bedingungen so aus:

Man sieht ihm seine Vergangenheit zwar noch an und die Spuren werden auch ein Leben lang sichtbar bleiben aber heute kann dieses Tier als gesund gelten.

Links: die Stirn hat eine runde Form und liegt mit den Augen in einer schönen konvex geformten Linie                       

            Rechts: der Fisch wirkt rund und wie aus einem Guss

 

 

 

 

Lochkrankheit

 

 

Vorneweg, abgesehen von zwei Nasenlöchern darf der Fisch keine anderen Löcher im Kopfbereich haben. Hat das Tier Löcher muss eine Ursachenforschung betrieben werden (siehe Lochkrankheit)

Links: kleine dunkle Punkte über den Augen und rund um die Nasenlöcher die eine beginnende Mangelerscheinung und resultierend Lochkrankheit ankündigen.                                                                                                                          

             Rechts: Aufbrechende Löcher, beginnend mit weißen Pickeln die dann aufbrechen

Länger bestehende Löcher zum Teil in Abheilung. Die dunklen Ränder zeigen die ursprüngliche Größe der Löcher

Lochkrankheit aufgrund schlechter Haltung und Mangelerscheinungen im Endstadium, die Tiere zeigen alle bereits erwähnten Zeichen.

Abgeheilte Lochkrankheit, das Tier hat eine Delle im Stirnbereich behalten. Ebenso bleibt das Tier ein Leben lang anfällig für Löcher da es sich bei dem neu gebildeten Gewebe um Narbengewebe handelt.

Gesunde Tiere, abgesehen von den Nasenlöchern sind keine Punkte oder Löcher im Kopfbereich zu sehen

 

 

 

Kiemen & Kiemendeckel

 

Die Atmung ist essentiell für das Überleben. Egal ob über oder unter Wasser. Bei den Kiemen ist es wichtig darauf zu achten dass die inneren Kiemen bei der Atmung nicht herausflattern. Ebenso sollte der Kiemendeckel flach abschließen ohne Verdickungen und Fehlbildungen.

 

 

 

 

Kiemendeckelfehler, wahrscheinlich verursacht durch falsche Wasserwerte bei der Aufzucht. Die gezeigten Tiere kommen damit sehr gut zurecht und sind nicht eingeschränkt.

Ebenfalls eine Fehlbildung im Kiemendeckel. Auch dieses Tier kommt damit sehr gut zurecht und ist nicht eingeschränkt

Links: flatternde Kieme während einer Temperaturerhöhung                                                                                           

           Rechts: Fehlerfreie Tiere ohne Kiemenfehler