Parasiten

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Parasiten

 

Die Angaben auf dieser Seite dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr und ersetzen nicht den Besuch beim Tierarzt/Beratungsstellen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

 

Als Parasiten bezeichnet man schmarotzend (auf Kosten des Wirts) lebende Organismen. Einer der bekanntesten Parasiten ist die Mistel, deren Wirt Bäume sind denen sie die Nährstoffe entzieht.

 

Beim Fisch unterscheiden wir zwischen sogenannten Ektoparasiten die auf dem Tier leben, und Endoparasiten die in dem Tier, bzw. in seinen Organen leben.

 

Nahezu alle Aquarienfische tragen diverse Parasiten in sich.

 

Im Normalfall kann das Immunsystem der Tiere diese jedoch im Schach halten, sodass sie keinen größeren Schaden anrichten. Jedoch muss man sich darüber bewusst sein, dass Tiere die Parasiten in sich tragen gegenüber parasitenfreien Tieren immer im Nachteil sind, da ihnen rund um die Uhr Nährstoffe entzogen werden, während das Immunsystem dauerhaft dafür sorgen muss dass die Parasiten nicht zuviele werden.

 

Daraus können wir schließen, dass auch hier gilt je optimaler die Haltungsbedingungen und Wasserqualität, umso einfacher haben es die Tiere ihre Parasiten in einem unbedenklichen Maß zu halten.

 

Kommen jedoch ein oder mehrere Faktoren hinzu, die das Tier schwächen (zu hohe KH, falscher pH, ungesunde Ernährung, zuviel CO2, zu hohe Keimdichte, schwankende Temperatur) können sich die Parasiten schlagartig vermehren und es kommt zum Ausbruch parasitärer Erkrankungen.

 

Dabei kann man wiederum zwischen primären Erkrankungen und sekundären Erkrankungen unterscheiden. Eine typische primäre Erkrankung sind diverse Würmer die immer mehr werden, das Tier schwächen und stressen und dadurch wiederum zu sekundären Erkrankungen führen können.

 

So führen fast alle Ektoparasiten zu Primärerkrankungen. Die meisten der sogenannten Hauttrüber z.B. vermehren sich rasend schnell per Zellteilung, in der freien Natur ist dies kein großes Problem, da sie nahezu genauso schnell absterben wenn sie keinen Wirt finden.

 

Da im Aquarium jedoch eine viel höhere Besatzdichte als in der Natur, und keine stetige Frischwasserzufuhr herrscht kommt es nicht zu einzelnen erkrankten Fischen sondern zu Epidemien.

 

 

Beispiele für Ektoparasiten: 

 

  • Ichthyo
  • Oodinium
  • Trichodina
  • Chilodonella
  • Ciliaten
  • Costia
  • Hautwürmer oder Gyrodactylus
  • Kiemenwürmer oder Dactylogyrus

 

 

Symptome:

 

  • Pünktchen
  • Weißliche Beläge auf der Haut
  • Schleimhautverdickungen
  • Atemnot, offene Kiemen
  • Kratzen und Scheuern am Bodengrund und an der Einrichtung
  • Schreckhaftes Verhalten

 

 

Behandlung:

 

Hat man den Verdacht auf Parasiten sollte immer ein Haut- oder Kiemenabstrich gemacht werden und dieser von einem Tierarzt untersucht werden. Dieser kann dann auch das passende Medikament gegen den jeweiligen Parasiten verordnen.

 

In vielen Foren liest man immer wieder dass zu einer Salzbehandlung geraten wird. Diese ist bei Hautproblemen zwar oft hilfreich, birgt aber auch Risiken, besonders wenn Welse im Aquarium sind. Zudem sind die geratenen Konzentrationen oft entweder so niedrig, dass es zu keinerlei medizinischen Wirksamkeit kommt sondern lediglich Stress für die Diskus aufgrund des veränderten Osmotischen Drucks verursacht wird. Dies kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Verschlimmerung des parasitären Problems führen.

 

Oder aber das Salz wird so hoch dosiert angeraten dass es für Welse toxisch wirkt und auch für die Diskus ein erhebliches Risiko und Lebensgefahr darstellt.

 

Salz führt dazu, dass die Tiere abschleimen und somit auch einen Großteil der Parasiten abwerfen. 

 

Ausreichend ist dies lediglich bei Parasiten die keine überlebensfähigen Formen im Aquarium bilden und ohne Wirt sehr schnell absterben.

 

Da das Salz sich im Wasser nicht auflöst, muss der Salzgehalt durch Wasserwechsel wieder gesenkt werden.

 

Da es bei der Dosierung von Salz wie schon angedeutet diverse Methoden und Meinungen gibt möchte ich an dieser

Stelle ein Zitat einfügen.

 

(Quelle: drta-archiv.de)

 

 

Mögliche Behandlungen mit Salz

 

Achtung: Ein Salzgehalt von 3 Prozent entspricht dem vollen Salzgehalt von Meereswasser.

 

Das Salz wird vor der Verwendung in etwas Wasser aufgelöst und dann langsam in das Behandlungsbecken gegeben. Bei der Berechnung der Dosis wird von der tatsächlich vorhandenen Wassermenge ausgegangen. Bodengrund und Dekoration müssen also vom Aquarieninhalt abgezogen werden. Wenn nicht anders angegeben, dauert ein Salzbad etwa 10 Minuten.

 

 

Dosis in Prozent      Dosis in Gramm/Liter           Verwendungszweck

 

0,01 %

 

 

 

 

 

 

 

 

0,03 %

 

 

 

 

0,1 %

 

 

 

 

 

0,2 bis 0,3 %

 

 

 

 

0,3%

 

 

 

 

 

 

0,3 bis 0,5 %

 

 

> 1 bis 3 %

 

 

3,5 %

 

0,1 Gramm

 

 

 

 

 

 

 

 

0,3 Gramm

 

 

 

 

1 Gramm

 

 

 

 

 

2 bis 3 Gramm

 

 

 

 

3 Gramm

 

 

 

 

 

 

3 bis 5 Gramm

 

 

10 bis 30 Gramm

 

 

35 Gramm

In aufgesalztem Süßwasser nehmen die Fische durch die Kiemen nicht so viel Nitrit auf, d.h. Nitrit ist dann weniger giftig für die Fische. Die Giftigkeit von Nitrit in Süßwasser

wird quasi verringert. Die meisten Süßwasserfische vertragen diesen Salzgehalt.

Verwendung als Zusatz im Aquarium, bis der Nitritgehalt gesunken und nicht mehr nachweisbar ist.

 

 

Bei leichtem Befall mit äußeren Parasiten, z.B. bei Ichthyo, als Anfangsdosis geeignet. Die Dosis ist nicht immer wirksam und muss ggf. erhöht werden.

 

 

Zur Unterstützung bei Verletzungen und bei leichtem Befall mit Parasiten. Die Dosis ist in der Regel auch für Panzerwelse verträglich.

Verwendung als Dauerbad.

 

 

Zur Unterstützung bei Verletzungen und äußeren Parasiten als Dauerbad. Die genaue Dosis hängt davon ab, wie viel Salz die zu behandelnden Fischarten vertragen.

 

 

Zur Unterstützung bei Verletzungen un äußeren Parasiten als Dauerbad, wenn unbekannt ist, welche Dosis die zu

behandelnden Tierarten vertragen. je nach Reaktion der Fische und Erfolg der Behandlung die Dosis verringern oder

vorsichtig erhöhen.

 

 

Mittel gegen Hydra als Dauerbad von 5 bis 7 Tagen.

 

 

Als Mittel gegen Würmer im Kurzbad für 15 bis 30 Minuten.

 

 

Als Mittel gegen Parasiten, Asseln, Karpfenläuse und Würmer im Kurzbad für 3 - 5 Minuten, in schweren Fällen und wenn die Fische es vertragen bis 10 Minuten.

Möchte man eine Salzbehandlung riskieren sollte einem bewusst sein was Salz kann und was nicht.

 

Salz bewirkt ab etwa 1-2 Gramm pro Liter ein sehr effektives Abschleimen.

 

Salz wirkt antibakteriell, leider erst in Konzentrationen bei denen sogar Meerwasserfische Probleme bekommen können wirklcih effektiv.

 

Zudem muss man sich auch bewusst machen, das die heutigen oft schon gegen jedes frei verkäufliche Medikament resistenten Stämme wahrscheinlcih auch für Salz nur ein müdes Schulterzucken übrig haben.

 

Auch die oft empfohlene Wärmekur zeigt heute leider nur noch selten den gewünschten Erfolg. War diese vor einigen Jahren noch eine effektive Methode die meisten Parasiten ohne Medikamente loszuwerden, so haben die Parasiten sich sehr gut angepasst und halten heute oft sehr viel mehr Hitze aus als unsere Fische.

 

Da man leider nie wissen kann mit welchem Stamm man es zu tun hat sollte man heute gar nicht mehr mit Hausmittelchen rumexperimentieren sondern gleich einen Tierarzt aufsuchen. Zum einen um seine Tiere keiner Behandlung auszusetzen die sie noch weiter schwächt und belastet ohne die gewünschte Wirkung zu zeigen und zum anderen auch um nciht versehentlich noch resistentere Stämme zu züchten.

 

 

Endoparasiten

 

Während die Ektoparasiten meist in mehr oder weniger hoher Anzahl immer vorhanden sind, benötigen viele Endoparasiten einen Zwischenwirt. Somit sind diese meist ein Problem dass eingeschleppt wird. Mögliche Einschleppherde sind z.B. Pflanzen, Schnecken und Lebendfutter (zB. Copepoden-> Fräßkopfwürmer & Tubifex -> Myxobolus).


Andere Endoparasiten werden von Tier zu Tier weiter gegeben und werden durch neue Tiere eingeschleppt, was allein schon ein Punkt für eine Quarantäne bei neuem Besatz ist. Auch die Weitergabe vom Muttertier an den Jungfische ist eine Hauptverbreitungsursache für Endoparasiten.

 


Beispiele für Endoparasiten:

 

  • Darmflagellaten
  • Bandwürmer
  • Fräßkopfwürmer
  • Myxobolus
  • Plasmodien
  • Nematoden
  • Hexamita

 


Symptome:

 

  • z.T. hängen die Würmer sichtbar aus dem After
  • Fressunlust
  • Abmagern
  • Dunkelfärbung
  • Flossenklemmen
  • Blutergüsse im Darmbereich

 

Behandlung:

 

Hier richtet sich die Empfehlung ganz klar nach der Art des Parasiten und der Schwere der Symptome, ein Fisch der nur leichte Anzeichen zeigt braucht oft nur eine Vitaminkur und ein paar Tage höhere Temperaturen die den Stoffwechsel ankurbeln.

 

Ein Tier das schon "in den Seilen hängt" sollte ohne Umschweife medikamentös behandelt werden.

 

Ist das Tier geschwächt oder Vitamine und Wärme führen nach wenigen Tagen zu keinem sichtbaren Erfolg, sollte man versuchen eine Kotprobe direkt vom Fisch zu erwischen und diese bei einem fischkundigen Tierarzt untersuchen lassen, um zu bestimmen ob und

welche Parasiten vorhanden sind. Die weiterführende Behandlung sollte dann auch nach Angaben des Fischkundigen Tierarzt erfolgen.

 

 

Appell von Halter zu Halter:

 

Die meisten Diskusfische die im Zusammenhang mit Parasiten und deren Folgen sterben, sterben nicht an dem Parasiten, sondern an dilletantischen Behandlungsversuchen ohne echte Medikamente die dem Tier oft mehr schaden als helfen.

 

Natürlich soll das hier kein Aufruf sein bei jeder Kleinigkeit Medikamente ins Aquarium zu kippen, in fast allen Fällen wo ein Diskus Unwohlsein zeigt reichen tatsächlich kleine Maßnahmen wie eine Extradosis Humine und Tannine, etwas moderate Wärme um den Stoffwechsel anzukurbeln, ein paar Vitamine etc. 

 

Geht es einem Tier aber wirklcih schlecht so sollte ihm auch FACHKUNDIG geholfen werden, und dies bedeutet dass man wie mit seinem Hund oder seiner Katze bei einem Tierarzt vorstellig wird.