Wurzeln

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Wurzeln fürs Diskusaquarium

 


Wurzeln sind in einem Diskusbecken eigentlich der einzig wirklich wichtige Einrichtungsgegenstand der nicht fehlen darf.

Sie bieten den Tieren Unterstand und somit Schutz und werten das Aquarium auch optisch auf. Zudem lassen sich auf Wurzeln sehr gut Aufsitzpflanzen wie z.B. Anubia befestigen die uns helfen CO2 zu verbrauchen und Sauerstoff erzeugen und das ganz ohne die Gefahr dass am Boden Futterreste zwischen den Stängeln vor sich hin gammeln.


Gerade für Anfänger stellen sich aber oft die folgenden Fragen:


  • Kunst oder Naturwurzel?


  • Welche Wurzeln sind überhaupt geeignet?


  • Kann man auch Holz aus der Natur verwenden?


  • Muss es wirklich die Wurzel sein oder gehen auch Äste?


  • Muss man die Wurzel vorbehandeln?


  • Wie schafft man es daß Holz untergeht?



Fangen wir mit der Frage an ob echt oder künstlich?



Prinzipiell ist es den Diskus vollkommen egal ob die Wurzel aus echtem Holz oder aus Kunststoff ist. Wichtig ist hierbei lediglich, dass die Wurzel sollte sie künstlich sein ungiftig ist. Billige China-Plastikwurzeln würde ich persönlich nicht riskieren.


Auch sollte man bei künstlichen Wurzeln darauf achten, dass sie mit Sand gefüllt und versiegelt werden. Der Sand damit sie untergehen, die Versiegelung damit kein Wasser in den Hohlräumen steht, dass irgendwann anfängt zu faulen.


Besondere Vorsicht ist teilweise bei Silikonwurzeln geboten. Hier gab es nachweislich schon Fälle wo sich das Silikon gelöst hat und von Tieren verschluckt wurde, und zwar mit tödlichen Folgen!!! Bei einer einwandfreien Verarbeitung sollte dies zwar nicht passieren, allerdings sollte man sich immer zweimal überlegen ob man das Leben seiner Tiere einer Silikon "Wurzel" aus irgendeinem Hobbykeller anvertrauen möchte.


ACHTUNG!


Künstliche Wurzeln sind NICHT geeignet wenn ihr holzraspelnde und fressende Welse wie z.B. Panaque oder Panaqolus haltet. Diese brauchen zwingend weiches natürliches Holz als Nahrung und würden jede Epoxidharzversiegelung oder Silikonschicht in kürzester Zeit abraspeln und dabei Kunststoff verschlucken.



Welche Wurzeln sind überhaupt geeignet?



Prinzipiell eignet sich eigentlich jede Wurzel die von ihrer Form Unsterstellmöglichkeiten für die Tiere bietet, je verzweigter und filigraner umso besser gefällt es den Tieren. 


Bedingt geeignet sind recht „massive“ Wurzeln die eine große Bodenfläche bedecken. Diese kann man nur dann verwenden, wenn man entweder Harnischwelse hält, die den Sand unter der Wurzel locker halten und dafür sorgen dass sich kein Dreck ansammelt, oder wenn man selbst alle zwei Tage unter der Wurzel den Boden auflockert und den Dreck absaugt.


Sehr gut geeignet ist z.B. Mangrovenholz, dieses gibt zusätzlich noch Humine ab. Auch Redwood ist sehr gut als Unterstand geeignet.


Beim Redwood sollte man jedoch wissen dass dieses nach dem abtauchen anfängt einen deutlichen Bakterienrasen zu bilden der aussieht wie Schimmel. Dieser ist jedoch unbedenklich und die meisten Tiere haben ihn zum fressen gern. Ein weiteres sehr schönes „unterstellholz“ ist Talawa. Beim Talawa kam es jedoch in der Vergangenheit mehrfach zu Problemen weil das Holz irgendwelche Stoffe an das Wasser abgegeben hat. Ein mehrwöchiges Wässern vor dem Einbringen ins Aquarium ist daher unerlässlich. Ein weiteres oft sehr filigran verzweigtes Holz sind Moorkienwurzeln, auch diese geben Humin an das Wasser ab. Moorkienwurzeln gehören zusammen mit Mangroven zu meinen persönlichen Favoriten. 


Ich beziehe meine Moorkien über das Aquarium Wurzel Paradies bei Facebook:


https://www.facebook.com/Aquarium-Wurzel-Paradies-1485630971702948/


Hier findet ihr deutsches Moorholz und zwar im XXXL Format zu wirklich fairen günstigen Preisen. Zudem erfolgt der Versand super schnell und man bekommt genau die Wurzeln die man sich per Fotoauswahl ausgesucht hat.


Optisch aufgewertet habe ich meine Moorkien vom Wurzelparadies mit Twistwood von Mathis Luschgy dem Inhaber vom Garnelenbaum, zu finden hier:


http://www.garnelenbaum.de


Dort findet ihr neben dem Twistholz, dass sich nach 24 Stunden wässern sogar flechten lässt auch jede Menge andere Hölzer und Materialien für ein ansprechendes Hardscape. Eine schöne verzweigte Wurzel an den Enden der Zweige mit Twistwood versehen bietet nicht nur den Tieren einen absolut natürlichen Rückzug sondern verwandelt mit wenigen Handgriffen jedes Aquarium in ein absolut natürlich aussehendes Uferbiotop.



Kann man Holz aus der Natur verwenden?



Ja kann man!


Allerdings sollte man auf ein paar Kleinigkeiten achten. Als allererstes sollte man den Standort kennen wo der Baum mal stand, Wurzeln die von einem Baum der direkt an einer vielbefahrenen Landstraße stand oder mitten im Industriegebiet sollte man nicht verwenden.


Auch sollte man wissen um welche Art Holz es sich handelt. Niemals unbekannte Hölzer ins Aquarium legen.


Man sollte kein Nadelholz verwenden, da dieses ätherische Öle enthält sowie Harze die schädlich für die Fische sind.


Nicht geeignete einheimische Bäume sind z.B. Ahorn und Birke da diese ähnlich wie Nadelhölzer ätherische Öle enthalten.


Gut geeignet sind:


  • Erle


  • Buche


  • Eiche


  • Haselnuss


  • Weide


  • Obstbäume 


  • Weinreben


Bei Obstbäumen und Weinreben allerdings NUR dann wenn man genau weiß dass diese NIE gegen Schädlinge gespritzt wurden.


Zwar kann man Weide und Haselnuss sogar frisch ins Becken geben, jedoch neigen diese dann dazu im Aquarium neu auszutreiben. Daher sollte man am besten jedes Holz vorher gut ablagern und austrocknen. Auch empfiehlt es sich die Rinde nach dem Trocknen zu entfernen.


Bevor man das Holz zum Trocknen auslegt sollte man das gesammelte Holz akribisch auf vorhandene Fäulnis absuchen auch sollte man kein Holz sammeln dass schon mal im Frost gelegen hat. Gefriert Holz nimmt es nämlich irreparable Schäden in der Struktur und neigt dann sehr zum faulen.



Muss es wirklich die Wurzel vom Baum sein?



Nein natürlich nicht.


Lediglich bei Kiefern darf man nur die Wurzel verwenden, da im Astholz die nadelbaumtypischen Öle stecken in der Wurzel jedoch nicht.


Man nennt die ganzen Hölzer halt Wurzeln. Beim Redwood im Verkauf handelt es sich auch um Zweige und Äste und nicht um Wurzeln.



Muss man die Wurzel vorbehandeln?


Prinzipiell reicht es eine neue Wurzel mit warmem Wasser kurz abzuspülen um locker anhaftenden Staub und Fasern runter zu  spülen.


Hat man eine gebrauchte Wurzel gekauft sieht dies jedoch ganz anders aus.


Diese sollte man am besten komplett austrocknen lassen und dann 30 Minuten bei 180°C backen. Meist sind unsere Diskuswurzeln jedoch zu groß für den Backofen. Dann hilft nur ein zehnfach dosiertes Bad in Baktopur direct für mindestens zehn Tage, je nach Dicke der Wurzel gern auch länger.


Wenn man irgendwie kann sollte man als Diskushalter gebrauchte Wurzeln komplett vermeiden um kein Risiko für eine bakterielle Unverträglichkeit einzugehen.


Auf GAR KEINEN FALL sollte man Holz kochen!!! Dies zerstört ebenso wie einfrieren die innere Struktur des Holzes und kann massive Fäulnis verursachen.



Wie schafft man es dass die Wurzel untergeht?



Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, entweder Geduld oder nachhelfen.


Geduld bedeutet, man legt die Wurzel in ein Fass zum wässern und beschwert sie so lange bis sie freiwillig unten bleibt. Dabei sollte die Wurzel immer komplett mit Wasser bedeckt sein.


Das Wässern kann unter Umständen MONATE dauern. Manchmal geht es aber auch innerhalb von wenigen Tagen über die Bühne. Die Größe der Wurzel spielt dabei keine Rolle.


Die zweite Möglichkeit ist beschweren.


Hierzu kann man entweder Schieferplatten mit Edelstahlschrauben unter die Wurzel schrauben oder mit Sand gefüllte Säcke auf der Wurzel verteilen.


Eine andere Möglichkeit ist Steine unter die Wurzel zu kleben. Hierfür gut geeignet ist Orca Unterwasserkleber.



ACHTUNG!!!!


Bevor man Steine unter die Wurzel klebt, müssen sowohl die Steine als auch die Wurzel wirklich gründlich gereinigt werden. Ebenso sollte der Kleber auf trockenem Untergrund angewendet werden und mindestens 24 Std Zeit zum härten bekommen. Zusätzlich sollte die Wurzel dennoch auf alle Fälle ausreichend und großzügig mit Sandsäcken beschwert werden. Lösen sich die Steine und die Wurzel schnellt hoch sind ruck zuck Mittelstreben und Glas hinüber!!!!



ACHTUNG 2!!!!


Bitte NIEMALS einfach mit Steinen beschweren, IMMER mit Sand gefüllte Säckchen oder Strümpfe verwenden, diese kann man über die Wurzel hängen und die Gefahr dass sie herunterrutschen und die Wurzel nach oben schlägt ist sehr viel geringer, ebenso rutscht ein Sandsack langsamer als ein Stein der einfach kippt und dabei die Bodenplatte durchschlagen kann.


Jede Art der Beschwerung stellt ein Risiko dar. Daher empfehlen wir ausdrücklich die Variante Geduld!!!!