Bedingt geeignete Beifische

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Bedingt geeignete Beifische

 

Bedingt geeignet bedeutet so viel, man kann sie zusammen mit Diskus halten wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Hier ist die Größe des Aquariums der entscheidende Faktor.

 

Bedingt geeignet sind eigentlich alle eher ruhigen Salmler die die gleichen Wasserwerte wie die Diskus bevorzugen. Als eher ruhig können pauschal die eher hochrückigen Salmler eingestuft werden, Fische die eher langezogen sind und von der Körperform an einen Torpedo erinnern sind meist auch recht schnelle und aktive Schwimmer.

 

Bedingt geeignet sind z.B.

 

 

  • Phantomsalmler

 

Sehr ruhige Tiere, die durch ihre eher dezentere aber doch sehr ansprechende Färbung optisch eine Bereicherung bieten ohne dem Diskus „die Schau zu stehlen“ und ihn zuviel zu nerven.

 

  • Glühlichtsalmer

 

Trotz ihrer eher länglichen Form sehr ruhige Tiere die nur selten aktiv schwimmen. Aufgrund ihrer geringen Größe können diese Tiere jedoch als Lebendfutter enden.

 

  • Trauermantelsalmler

 

Siehe Phantomsalmler

 

  • Beilbäuche

 

Beilbäuche leben auch in der Natur unmittelbar in den gleichen Gebieten wie Diskus und stellen überhaupt keinen Stress dar, da diese Tiere sich fast nur an der Wasseroberfläche aufhalten, lediglich bei der Fütterung bewegt sich der Schwarm auch in die mittlere Beckenregion.

Als lediglich bedingt geeignet führe ich Beilbäuche aus dem Grund auf, dass diese Tiere zum Springen neigen und daher auch oft vertrocknet neben dem Aquarium, oder auf den Mittelstreben gefunden werden, auch eine Ansaugung durch Schächte bei Filterbecken stellt ein hohes Risiko für diese Tiere dar.

 

  • Schwarze Neon

 

Bei dem schwarzen Neon handelt es sich im Gegensatz zum normalen, roten oder blauen Neon nicht um einen Neon (Paracheirodon) sondern um einen „normalen“ Salmler (Hyphessobrycon). Schwarze Neon sind sehr viel ruhiger als echte Neons und neigen weniger zum Einschleppen von Stresskrankheiten wie Ichthyo.

 

  • Phönixsalmler

 

Der Phönixsalmler ist ein sehr ruhiger und recht großer Salmler der sich prinzipiell sehr gut zur Vergesellschaftung mit Diskus eignet. Durch seine eher dezente Färbung ist er trotz seiner Größe bis zu 8cm kein Störfaktor.

 

  • Altum Skalare

 

Altum sind eine Sache wo die Meinungen auseinander gehen.

Hat das Becken eine ausreichende Höhe für die Altum (mindestens 70cm besser 80cm) ist eine Vergesellschaftung prinzipiell gut möglich. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Skalare den Diskus nicht das Futter wegschnappen, und auch bei sehr ruhigen Tieren die die Diskus in Ruhe fressen lassen muss darauf geachtet werden, dass die Skalare nicht innerhalb kürzester Zeit verfetten

 

  • Pterophyllum Skalare

 

Auch bei „normalen“ Skalaren gehen die Meinungen weit auseinander.

Fakt ist viele „bunte“ Skalare tragen diverse Darmparasiten in sich, die dem Skalar nichts ausmachen, dem Diskus aber ernsthaft schaden können. Allerdings wage ich mal zu behaupten, dass das Risiko sich Parasiten einzuschleppen bei Skalaren nicht höher ist als bei anderen Fischen. Vorsichtshalber sollte aber immer vor dem Vergesellschaften eine Wurmkur durchgeführt werden. Ansonsten gilt gleiches wie beim Altum. Man muss darauf achten dass die Diskus in Ruhe fressen können, und dass die Skalare nicht zu dick werden.

Zudem sind gerade Pterophyllum oft ruppiger als Altum, allerdings beschränkt sich dies in den meisten Fällen auf den innerartlichen Umgang und wenn die Skalargruppe groß genug ist (mindestens 6 Tiere) werden die Diskus eigentlich meist ignoriert und es wird nur untereinander gezankt.

Als besonders Ruppig bis hin zu teilweise aggressiv gelten rotrückige Skalare sowie deren Zuchtformen.

 

  • Zwergbuntbarsche / kleinbleibende Buntbarsche

 

Prinzipiell sind eigentlich alle Apistogramma sowie Schmetterlingsbuntbarsche die die Temperatur aushalten für eine Vergesellschaftung geeignet. Allerdings sind besonders Ramirezi leider sehr überzüchtet und Inzuchtgeschädigt, wie alle Tiere die in Mode kommen.

Neben der gesunden Genetik (am besten Wildfänge oder F1) sollte auch darauf geachtet werden dass die Buntbarsche ihr Revierverhalten in der Paarungszeit ausleben können ohne die Diskus zu stressen.

 

  • Weißstirnmesserfisch

 

Diese Tiere gehören ebenfalls zu den perfekt passenden Fischen deren Einschränkung allein in der Aquariengröße und Einrichtung liegt. Da Messerfische mit etwa 60cm sehr groß werden darf das Aquarium nicht unter 3m Länge haben und sollte mindestens 70cm tief sein mit viel Rückzugsmöglichkeit im hinteren Bereich.

Ebenso wichtig ist es Messerfische erst ab einer Größe von mindestens 15-20cm zu kaufen, da die Aufzucht als Einzeltier nicht einfach ist, die Haltung von erwachsenen Tieren als Gruppe jedoch UNMÖGLICH! Mit der Geschlechtsreife werden Messerfische Artgenossen gegenüber sehr aggressiv und würden sich in dem beengten Raum eines Aquariums früher oder später umbringen.

 

  • Hemiancistrus / Baryancistrus / Panaque / Panaqolus

 

Diese vier Welsarten fasse ich zusammen, da das gleiche gilt. Prinzipiell sind es sehr gute Beifische, allerdings ist bei allen Aufwuchsfressern darauf zu achten ob sie die Diskus anschwimmen.

Auch muss genug natürlicher Aufwuchs im Aquarium vorhanden sein, da diese Tiere sonst auf Dauer trotz Tablettenfütterung abmagern und an Mangelerscheinungen sterben.

Auch weiches Naturholz ist Pflicht, dies brauchen die Welse als Nahrungsergänzung zur Verdauung, insbesondere Panaqolus und Panaque die Holzfresser sind. Holzfaserhaltige Tabletten reichen NICHT aus!

Ausgewachsene Panaque können aufgrund ihrer Größe zwischen 40 und 80cm auch irgendwann zu ruppig und störend für die Diskus werden, da Panaque Futterkonkurenten auch einfach mal zur Seite schubsen, hier sollte schon bei der Anschaffung ein Plan B vorhanden sein, falls es nach einigen Jahren nicht mehr funktioniert.

 

 

Beachtet man die oben erwähnten Besonderheiten der Fische stellt lediglich die Aquariengröße noch einen begrenzenden Faktor dar. Diese sollte für eine Vergesellschaftung mit Salmlern um die 1000l ab 2m Kantenlänge liegen.

 

Sehr gut funktionieren Diskusaquarien mit Salmlern in einer Größe ab 200x70x70cm.

 

Auch sollte der Salmlerschwarm von vorneherein groß genug gewählt werden, damit sich der Salmler sicher fühlt und keinen Stress durch die großen Diskus hat.

 

Schwarmverhalten beginnt ab 30 Tieren!

 

Dies gilt auch für die oben genannten Fische die keine eigentlichen Schwarmfische sondern Gruppenfische mit Schwarmverhalten sind. Dies bedeutet die Tiere leben im losen Verbund und bilden lediglich einen dichten Schwarm bei äußeren Reizen.

 

Als gute Gruppengröße haben sich etwa 50 Tiere bewährt.

 

Damit alle Parteien genug Platz haben sollte beim Besatz bei Zugrundelegung der „50l-Regel“ ein bis 2 Diskus resp. 100l abgezogen werden, oder gleich mit 70l pro Diskus gerechnet.

 

Um Skalare und Diskus erfolgreich zusammen zu halten sollte zuerst das benötigte Volumen für die Skalare abgezogen werden. Beim Altum kann man ebenso wie beim Diskus mit 50l pro Fisch rechnen, dies bedeutet wenn ich eine Gruppe von 8 Altum habe muss ich von meinem Aquarienvolumen 400l abziehen. Hat mein Aquarium 1000l bleiben somit 600l Diskusvolumen, ergo 12 Tiere.

 

Im Idealfall sollte die Beckengröße 250x70x70cm nicht unterschreiten.

 

Für die Vergesellschaftung mit Pterophyllum Skalaren gehe ich genauso vor, jedoch reichen hier 30l Berechnungsgrundlage pro Skalar, bedeutet in unserem 1000l Beispiel könnte ich statt 12 Diskus maximal 14 Diskus einsetzen.