Aquarium einfahren

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Aquarium einfahren

 

Damit der Filter im Aquarium effektiv arbeiten kann muss er "eingefahren" werden. 

Dies bedeutet bevor die ersten Tiere einziehen können muss man als allererstes den Bakterien genug Zeit geben zu siedeln und sich zu vermehren.

 

Um die Einfahrzeit im Aquarium ranken sich jedoch viele Gerüchte.

 

 

Für Geduldige

 

Sand rein, Wasser rein und 6-8 Wochen warten...

 

Nicht gerade eine gute Idee.

Die Wahrscheinlichkeit dass das klappt ist zwar recht hoch, allerdings habe ich bei dieser Variante keinerlei Kontrolle oder Einfluss darauf welche Bakterien in meinem Filter und Aquarium siedeln und sich durchsetzen und vermehren. Im schlimmsten Fall geht diese Variante beim Einzug der Tiere sofort mit bakteriellen Erkrankungen los.

 

 

Animpfen mit Altschlamm

 

Animpfen bedeutet man besorgt sich aus einem anderen Becken einen benutzten Filterschwamm.

Funktioniert.

 

ABER jedes Becken hat sein eigenes biologisches Gleichgewicht.

 

Angenommen ich nehme den Schwamm aus einem eigenen Becken, so bin ich zumindest sicher dass ich mir keine Krankheit einschleppe.

Jedoch kann es sein dass in meinem Becken A bakterienstamm X sich durchgesetzt hat und Stamm Y verdrängt.

 

Ist mein neues Becken B von den Bedingungen her eher für Stamm Y geeignet bringt mir das ganze nicht viel, da von Y im ersten Becken nichts mehr da ist und X mir im neuen Becken eingeht.

 

Bei einem Schwamm aus einem fremden Becken kommt das Risiko von Parasiten, Krankheiten sowie einer bakteriellen Unverträglichkeit wenn meine Fische einziehen hinzu.

 

 

Animpfen mit Reinkultur

 

In meinen Augen Mittel der Wahl.

 

Reinkulturen bekommt man heute für kleines Geld in jedem guten Zoogeschäft.

 

Diese haben den Vorteil dass keine unerwünschten Bakterien dabei sind, wie in Altschwämmen.

 

Und dass das komplette Spektrum der nützlichen Filterbakterien drin ist. Diese können sich dann selbst meinem individuellen Becken anpassen.

 

Als Nahrung dienen Ihnen abgestorbene Partikel der Pflanzen, oder wenn ich ganz ohne Pflanzen starte eine kleine Prise Zucker oder Fischfutter im Filter.

 

Den gefährlichen Punkt an Schadstoffen erreicht man meist schon nach wenigen Tagen sodass ein erster Besatz meist bereits nach 10-14 Tagen ohne großes Risiko möglich ist.

 

Um das Risiko einer Vergiftung minimal zu halten sollte der Besatz langsam und mit jeweils ein bis zwei Wochen Abstand gesteigert werden.

Dosiert man mit jedem neuen Schwung Fische 40-50% Bakterien nach ist das Risiko minimiert.

 

Meine Empfehlung besonders für Anfänger.

 

 

Aber wie erkennt man lebende Bakterien?

 

Ganz einfach, die stehen gekühlt und haben ein MHD von höchstens zwei bis drei Monaten.

Die Kühlung fährt den Stoffwechsel der Bakterien runter, sodass diese eine Weile von ihrer Nährflüssigkeit zehren können.

 

Ich empfehle direkt in den Filter aufs Biomedium (z.B. Siporax oder Zeolith) die Baktinetten von Söll zu geben, zusätzlich eine Dosis ProCult von amtra direkt ins Wasser. 

 

Neben den gekühlten Varianten von Amtra und Söll gibt es auch getrocknete Dauerformen (Sporen) von Bakterien in Pulverform (z.B. Bakteria Starter von Eheim) diese haben zwar den Nachteil, dass sie ein zwei Tage brauchen um aktiv zu werden, dafür aber den großen Vorteil dass sie eine sehr lange Haltbarkeit haben und man sie problemlos auf Lager legen kann.

 

Ein kleiner Tipp zum Schluss.

 

Auch in gut eingefahrenen Becken empfiehlt es sich ab und zu ein paar Bakterien nach zu dosieren.

Dies hat einen ganz einfachen Grund.

 

Sobald ihr euer biologisches Gleichgewicht habt, werden sich manche Stämme gegen die anderen durchsetzen. Dosiert man regelmäßig die komplette Bandbreite nach wirkt man einer Verarmung an gewissen Kulturen entgegen.

Positiver Nebeneffekt, schlechte Bakterien haben es so viel schwerer Fuß zu fassen und sich zu vermehren.