Fadenalgen

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Fadenalgen


Fadenalgen sind nach den Kieselalgen meist die zweiten Besucher in neu eingerichteten Aquarien. Wie der Name shcon sagt handelt es sich um Algen die wie lange grüne Fäden aussehen. 


Auch sie verschwinden in der Einfahrphase meist nach 2-3 Wochen von allein wieder.


Besonders in bepflanzten Aquarien treten sie aber auch außerhalb der Einfahrphase gern auf, besonders dort wo viel CO2 und Licht vorhanden ist. Dies ist auch der Grund warum wir Diskushalter meist weniger mit Fadenalgen zu tun haben. Bei uns gibt es weder Licht noch CO2 im Überfluss. Allerdings haben Fadenalgen eine Besonderheit. 


Wird das CO2 knapp können sie auch das ionische Hydrogencarbonat zur Photosynthese verwerten. Dabei geben sie gleichzeitig Hydroxidionen an das Wasser ab. 


Was auf den ersten Blick sehr gut erscheint, nämlich eine Verstoffwechslung von Karbonathärte zu Sauerstoff ist in der Praxis jedoch auch ein Risiko, da durch die Abgabe der Hydroxidionen der pH-Wert im Umkreis der Algen stark ansteigen kann. Werte über pH 10 sind in unmittelbarer Nähe der Fadenalgen keine Seltenheit.


Ursachen für Fadenalgen können so verschieden wie die vielen einzelnen Unterarten der Fadenalge sein. So können Fadenalgen sowohl bei Nitratmangel im stark bepflanzten Aquarium auftreten, wie auch bei erhöhtem Nitratgehalt.


Da stark bepflanzt und Diskus nicht gut zusammenpassst, beschränke ich mich hier auf die häufigsten Ursachen im Diskusaquarium. Ursachen und Maßnahmen im Pflanzenaquarium sind auf den unzähligen Scapingseiten im Internet zur Genüge vorhanden.


Im Diskusbecken ist es meist recht einfach. 


Ursache ist fast immer zu hohes Nitrat über 30mg, dieses kann durch häufigere größere Wasserwechsel gesenkt werden oder aber durch den Einsatz einer Nitratharzsäule. Hier hat auch die Fütterung einen großen Einfluss, je mehr Flocken und Granulat wir füttern umso höher ist der Nitrateintrag, besonders wenn das Protein-Fett-Verhältnis zu Gunsten der Proteine liegt.


Nitrat sollte im Diskusbecken im Bereich 0-10mg/l liegen.


Zweite und sehr viel häufigere Ursache ist eine zu starke Beleuchtung.


Meist in Verbindung mit Blauanteil in der Lichtfarbe. Hier hilft es die Lichtstärke zu dimmen und den Blauanteil zugunsten von goldenem Licht zu minimieren. Dies hat gleich zwei Vorteile, in spärlich beleuchteten Aquarien mit warmen Licht fühlen sich auch die Fische sehr viel sicherer und entspannter wodurch etwaige Schreckhaftigkeit gleich mit erledigt wird.


Von Maßnahmen wie Mittagspause in der Beleuchtung rate ich ausdrücklich ab!!!


Auch in der Natur wird es nicht plötzlich für 3 Stunden dunkel, auch nicht wenn ein Gewitter aufzieht. Ein Abschalten des Lichts bringt lediglich den Biorythmus der Pflanzen und Tiere komplett durcheinander. Möchte man die Nachmittäglichen Regenfälle nachstellen und eine recht lange Beleuchtungszeit fahren sollte man sich für programmierbare LED entscheiden und nachmittags das Licht per Wolkenflug oder Dimmphase reduzieren.


Passen die Einstellungen / Nährstoffe wieder verschwinden die Algen idR. innerhalb weniger Wochen.


Beschleunigen kann man dies indem man die Algen manuell absammelt, dies ist bei Fadenalgen recht einfach, da man sie wie Spaghetti auf eine Gabel aufrollen kann.


Auf keinen Fall sollte man Algizide einsetzen. Diese wirken alle erst ab einer Karbonathärte von 5, darunter sind sie im besten Fall wirkungslos, im schlimmsten Fall toxisch! Zudem enthalten viele Algizide gegen Fadenalgen Kupfer, was unsere Tiere gefährden kann.