Bartalgen und Pinselalgen

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Bartalgen und Pinselalgen


Die Bartalge ist meist die dritte und letzt Alge die uns während der Einfahrzeit behelligt. Meist siedelt sie auf den Blatträndern anderer Pflanzen. Nach zwei bis drei Monaten ist sie dann wieder verschwunden. Danach sollte das Aquarium algenfrei bleiben sofern alles im Gleichgewicht ist.


Die Bartalge gehört wie die Pinselalge zu den Rotalgen. Im Gegensatz zu der Pinselalge die aussieht wie ein flauschiger kleiner dunkelgrüner bis schwarzer Pinsel ähnelt die Bartalge etwas zu dick geratenen kürzeren Fadenalgen. Die Farbe variiert hierbei über alle erdenklichen Grün und Brauntöne bis hin zu violett grau oder fast schwarz.


Ob es sich um Rotalgen handelt kann man ganz leicht testen indem man ein paar Algen abzupft und in hochprozentigem Alkohol einlegt. Dort färben sie sich innerhalb kurzer Zeit leuchtend rot.


Aber nicht die gemeinsame Gattung ist der Grund warum ich Bart- und Pinselalgen zusammen fasse sondern in erster Linie ihre gemeinsamen Vorlieben.


So siedeln beide gerne in der Strömung wo viel Sauerstoff ist. Auch siedeln beide gerne auf mit Mulmpartikeln verschmutzten Oberflächen und beide bevorzugen hohe Phoshatwerte.


Durch ihre Vorlieben erfahren wir schon ein wenig darüber wie wir sie wieder loswerden können.


Natürlich ist den Sauerstoffeintrag zu verringern im Diskusbecken keine Option, aber man kann seinen Filterauslass so verändern dass sich die Algen nicht mehr wohl fühlen. Im Zusammenhang mit der Vorliebe für Strömung und hohe Sauerstoffgehalte wird auf diversen Scaping Seiten immer gerne empfohlen Rotalgen durch Erhöhung des CO2 Gehalts zu bekämpfen, dies ist für uns Diskushalter natürlich keine Option, da hohe CO2 Gehalte unsere Tiere umbringen würden. Allerdings mögen Rotalgen kein saures Milieu. In Aquarien ohne signifikante Härte (KH 0-3) und saurem pH-Wert sind sie nur sehr selten anzutreffen. Gleichzeitig kommen solche Wasserwerte unseren Tieren vollkommen entgegen, da sie genau das sind was Diskusfische wollen und brauchen.


Erste Maßnahme sollte also immer eine Optimierung der gesamten Wasserwerte sein. 


KH 0-4

GH 0-10

pH 5,5

PO4 0-0,05


Härte und pH lassen sich über Wasseraufbereitung mittels Vollentsalzung oder Osmose einstellen.

Der Phosphateintrag wird in erster Linie darüber bestimmt was wir füttern. Siehe auch Ernährung. Hier macht es Sinn sein Futter zu testen. Um den Phosphatgehalt zu bestimmen kann man ganz einfach einen Blister Frostfutter in 100ml destilliertes Wasser legen und eine Stunde warten. Danach misst man das Phosphat. Genauso geht man bei Granulat und Flocken vor, nur dass man hier keine Blister hat sondern sich eine fest definierte Menge z.B. 5g auf einer Waage abmisst.


Füttert man bereits phosphatarm und der Wert ist dennoch erhöht, kann man diesen über Absorber wie z.B. PhosEx oder eine Nitratharzsäule senken.


Ein weiteres den Fischen zuträgliches Mittel das Rotalgen gar nciht mögen, unsere Fische dafür umso mehr ist Humin, hierbei ist es egal ob man auf Flüssighumin wie z.B. Humin DSO zurückgreift oder natürliches Humin aus Seemandelbaum und Erlenzapfen.


Aber auch Catappa (Seemandelbaumblätter) und Wurzeln können Phosphat abgeben, dies sollte man in jedem fall vorher testen,


Hat man die Wasserwerte optimiert sollte man die Algen mechanisch entfernen. Dies ist zwar mühsam, aber Rotalgen können Nährstoffdepots bilden und sterben daher erst nach mehreren Monaten ab, bis sie dann von alleine abfallen kann ncoheinmal mehrere Monate dauern.


Kommen die Algen trotz Optimierung der allgemeinen Werte wieder sollte man sich den Filtereinlass vornehmen und die Strömung anders ausrichten / verteilen. 


Besonders wenn man Dreckablagerungen auf Blättern und Wurzeln beobachten kann sollten Harnischwelse zum abraspeln der Oberflächen eingesetzt werden. Sind Harnischwelse vorhanden diese ggf aufstocken und die Strömung überprüfen ob es tote Winkel gibt.


Rotalgen, besonders Pinselalgen sind meist eine langwierige Sache. Der Teufel liegt hier oft im Detail begraben und es dauert bis zu 2 Jahre nach Beheben der Ursache bis die Algen endgültig verschwunden sind wenn man sie nicht mechanisch entfernt.